Am Feiertag zu Ehren der Gründung der Slowakischen Republik wandte sich Staatspräsident Peter Pellegrini mit seiner traditionellen Neujahrsrede an die Bürgerinnen und Bürger des Landes. Hier eine gekürzte Fassung:
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, an erster Stelle möchte ich Ihnen allen ein ruhiges sowie gesundes neues Jahr wünschen. Dass Sie jene Menschen um sich haben, die Sie mögen und an welche Sie sich in schwierigen Zeiten wenden können. Dass Sie Ihr bestmöglichstes Leben führen und im Laufe des kommenden Jahres schöne und angenehme Momente als Quelle der inneren Kraft und Zufriedenheit erleben.
Das vergangene Jahr betrachte ich als ein Jahr voller Turbulenzen und Kontraste. Während die einfachen Bürger mit ihrer Arbeit und Aufopferung das Land einen und voranbringen, errichten die Politiker oft nur Mauern und schüren Hass, lösen die realen Probleme aber nicht. Ich weise aber die Behauptung zurück, die Slowakei sei ein Land, in dem man nicht leben kann. Der allgemeine Negativismus und die Frustration sind eine Bedrohung für unsere künftige Entwicklung. Infolge solcher Trends könnte die slowakische Gesellschaft das verlieren, was Jahrhunderte lang ihre Wertebasis bildete: Zusammengehörigkeit, Menschlichkeit, Fairness, Solidarität zwischen Generationen. Die Slowakei ist eine Heimat vieler geschickter Menschen, die sich mit ihren Fähigkeiten und Talenten mit der Weltspitze vergleichen können.
Ich nehme auch die destruktive Macht der sozialen Medien, über welche sich das Böse viel schneller verbreitet als das Gute, ernst. Dies führt zum Verlust der slowakischen, auf Fairness beruhenden Identität.
Meine Aufgabe als direkt gewähltes Staatsoberhaupt ist es, ausschließlich den Interessen der Bürger und der Slowakischen Republik zu folgen. Falls sich etwas im Lande nicht im Einklang mit unseren Erwartungen entwickelt, dann ist Kritik angebracht. Sie muss jedoch sachlich und konstruktiv sein – sei es von Seiten der Politiker oder der Bürger. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass wir unsere Zukunft nicht nur kritisch, sondern auch optimistisch betrachten sollten.
Die Slowakei zählt zu den sichersten Ländern der Welt. Das ist eine große Devise, die wir hochhalten sollten. Neben der Sicherheit ist die Gesundheit ein weiterer zentraler Wert unseres Lebens. Viele von uns können sich vorstellen, dass sich in unserem Gesundheitswesen manches verbessern ließe. Doch wir dürfen nicht zulassen, dass die Arbeit hervorragender Ärzte und aufopferungsvoller Krankenschwestern geringgeschätzt wird. Es besteht kein Zweifel daran, dass den slowakischen Bürgerinnen und Bürgern eine erstklassige medizinische Versorgung mit modernsten Geräten zuteilwird – unabhängig davon, wie viel sie zum System beigetragen haben.
Ich bin überzeugt, dass es uns allen um die Prosperität der Slowakei geht, damit sie ein zunehmend besserer Ort zum Leben ist. Schon die bedeutende historische Persönlichkeit Milan Rastislav Štefánik sagte einst: „Wir müssen füreinander leben, denn das Glück des Einzelnen wächst in dem Maße, wie es sich um ihn herum verbreitet. “Nichts aus dem, was wir uns für das neue Jahr wünschen, kommt von allein. Unser Leben können wir nur mit dem Beitrag jeder einzelnen geschickten Hand und jedes einzelnen offenen Geistes verbessern.
Die Menschen haben alle Möglichkeiten, auf Politiker Druck auszuüben, damit sie sich verantwortungsvoll und anständig benehmen und die den Menschen gegebenen Versprechungen erfüllen. Damit offenbaren die Menschen den Wunsch, eine Politik der Versöhnung, des Zusammenhalts und des Friedens haben zu wollen.
Sehrgeehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünschen wir uns eine solide Gesundheit und viel physische und geistige Kraft im gesamten neuen Jahr.
Wünschen wir uns, dass wir auch weiterhin Wahrheit, Fakten und wissenschaftliche Errungenschaften ehren. Dass wir nicht den Konspirationen und Unsicherheiten unterliegen.
Wünschen wir uns Frieden für die ganze Slowakei, damit wir uns darauf konzentrieren können, was für unsere Zukunft von Bedeutung ist.
Wünschen wir uns Frieden in der ganzen Welt, besonders in der Ukraine, wo schon das vierte Jahr Hunderttausende Menschen an der Front sterben und unschuldige Kinder, Frauen und Alte leiden.
Wünschen wir uns, dass wir in einem Jahr sagen können, dass wir ein schönes und ruhiges Jahr hinter uns haben. Dass unser Land ein guter Ort zum Leben ist.
Ich hoffe, dass dem vergangenen Jahr voller Kontraste ein Jahr voller Frieden und Prosperität folgen wird. Ich bin fest überzeugt, dass wir Hoffnung, Verständigung und Respekt in das neue Jahr übertragen können.
Vereinen wir uns zu Gunsten der guten Ideen. Die Slowakei ist unsere Heimat, wo wir leben und wo wir eine bessere Zukunft gestalten können.