Bei einem Schlaganfall spielt Zeit eine entscheidende Rolle, und schon Kindergartenkinder wissen, wie sie reagieren müssen. Anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tages am Mittwoch (29.10.) teilte dies Gesundheitsminister Kamil Šaško (Hlas-SD) mit: „Unsere Reaktionszeit entscheidet buchstäblich darüber, ob unser Familienmitglied, ein nahestehender Mensch oder irgendeine Person, die gerade an uns vorbeigeht, Folgen davontragen wird und wie schwerwiegend diese Folgen sein werden. Die gute Nachricht ist, dass diese Krankheit heilbar ist, aber entscheidend ist, dass schnell Hilfe gesucht wird. Dies hängt direkt mit der Erkennung der Symptome und einer effektiven Kommunikation mit den Rettungskräften zusammen. Daher ist es äußerst wichtig, dass wir, und auch Kinder die Symptome kennen, die dann ihre Eltern oder Großeltern retten können.“
Der Ressortchef hob die internationale Initiative FAST-Heroes (FAST-Helden) hervor, die sich auf die Sensibilisierung für Schlaganfälle konzentriert. Sie startet bereits die sechste Ausgabe ihres Projekts. Es ist an der Zeit, Kinder auch über die Risikofaktoren für Schlaganfälle und Herzinfarkte aufzuklären, erklärt die Projektkoordinatorin Ľubica Fidesová: „Wir können in der Slowakei damit aufwarten, dass bereits 70.000 Kinder an dieser Schulung teilgenommen haben. Sie haben gelernt, die Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen, schnell, richtig und rechtzeitig zu reagieren, aber vor allem haben sie das Wissen in ihren Familien weitergegeben und es ihren Verwandten, Eltern und Großeltern beigebracht. Dieses Projekt rettet wirklich Leben in der Slowakei. Wir haben bereits zehn Kinder, die ihren Verwandten geholfen haben, ihr Leben zu retten, und die dafür auch international gewürdigt wurden. Sie haben in München eine Auszeichnung für die Rettung der Zukunft ihrer Eltern und Großeltern entgegengenommen.“
Die Slowakei gehört zu den Ländern mit dem höchsten Prozentsatz an geheilten Patienten mit akutem Schlaganfall, sagt die Präsidentin der Slowakischen Neurologischen Gesellschaft Zuzana Gdovinová: „Wir haben etwa 25 Prozent der Patienten, die mit intravenöser Thrombolyse behandelt werden, das heißt mit der Verabreichung eines Medikaments in die Vene, und etwa 11 Prozent der Patienten, die mit Thrombektomie behandelt werden, also mit der Entfernung von Blutgerinnseln aus den Hirngefäßen. Bei Thrombektomien lagen wir laut internationalem Register an zweiter Stelle und bei intravenöser Thrombolyse gehören wir zu den ersten fünf Ländern. Diese Ergebnisse haben wir sicherlich dank des Enthusiasmus der Ärzte erreicht, die sich bemühen, den Patienten so gut wie möglich zu helfen, sowie dank der Daten über behandelte Patienten im Register für Schlaganfälle. Aufgrund dieser Daten analysieren wir, wo wir Fehler machen und wo wir uns verbessern können. In diesem Bereich würden wir uns sehr freuen, wenn der Minister und das Ressort enger mit uns zusammenarbeiten würden. Wir möchten die Daten direkt aus dem strukturierten Entlassungsbericht übertragen, damit sie genauer sind und wir uns in der Akutbehandlung noch mehr vorankommen können.“
Wie Gdovinová hinzufügt, hinkt die Slowakei aber bei der Nachsorge hinterher – insbesondere bei der Rehabilitation und logopädischen Hilfe, die für die Rückkehr von Patienten in den Alltag sehr wichtig sind. Der Gesundheitsminister räumte ein, dass die Versorgung von Patienten nach einem Schlaganfall hierzulande ein seit langem bestehendes Problem ist. Er will sich diesem Thema auch im Rahmen des Reformplans „Mission Gesundheit“ widmen.
Laut der Vizepräsidentin der Slowakischen Gesellschaft für Hypertonologie Anna Vachulová könnten bis zu 80 Prozent der Schlaganfälle durch eine bessere Kontrolle der Risikofaktoren verhindert werden. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, Rauchen, Diabetes und Übergewicht.
Quelle: TASR