Am Wochenende wurde in der Slowakei bereits der fünfte Fall von Maul- und Klauenseuche bestätigt. Nach vier betroffenen Farmen in der Südslowakei unweit der ungarischen Grenze wurde die Krankheit nun auch in einem weiteren Betrieb in der westslowakischen Region Záhorie nachgewiesen, nahe der Grenzen zu Österreich und Tschechien.
Die Seuche richtet bereits erhebliche Schäden an. Die bisherige Schließung von Großviehzuchten wird nach Einschätzung von Analysten und Züchtern deutlich teurer sein als der Wert des getöteten Viehs. Selbst wenn die Züchter sofort neue Tiere anschaffen, würden diese nicht unmittelbar die erforderlichen Gewinne erwirtschaften. Infolge des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche auf vier südslowakischen Farmen haben die betroffenen Landwirte bereits über 3.000 Rinder verloren. Weitere 3.500 Tiere wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Region Záhorie töten müssen. Die Schäden werden bereits jetzt auf Dutzende Millionen Euro geschätzt. Sie entstehen jedoch nicht allein durch den Verlust des Fleisches der getöteten Tiere, erklärt der Rinderzüchter Vladimír Chovan: “Die Milch macht einen erheblichen Teil des Umsatzes solcher Betriebe aus. Oft sind es 50 Prozent des gesamten jährlichen Einkommens, manchmal sogar auch mehr.”
Die Viehzüchter sind von Einnahmeausfällen bedroht, auch für Löhne wird es an Geld fehlen. Das Arbeitsministerium will mit einer Unterstützung helfen: Über die Arbeitsämter werden 80 Prozent des Bruttolohns übernommen, 20 Prozent müssen die Arbeitgeber selbst tragen. Diese Hilfe gilt jedoch nur für die ersten sechs Monate. Die Wiederaufnahme der Viehzucht ist ein langfristiger Prozess. Es kann bis zu zweieinhalb Jahre dauern, bis ein Kalb die erste Milch gibt. Landwirtschaftsminister Richard Takáč (SMER-SD) erklärte, dass konkrete Schritte zur Entschädigung der Landwirte erst nach dem Ende der Maul- und Klauenseuche-Pandemie bekannt gegeben werden. Laut ihm soll die Finanzierung aus europäischen Fonds und dem Staatsbudget kommen. Die Landwirte weisen jedoch darauf hin, dass die liquidierten Herden durch kein Geld ersetzt werden können, da deren Aufbau mehrere Jahrzehnte gedauert habe.
Auch die Zoos in der Slowakei sind von den Folgen der Maul- und Klauenseuche betroffen und mussten schließen. Dies betrifft nicht nur die größeren Tiergärten, sondern auch kleinere Farmen. Das Arbeitsministerium will deshalb das Kurzarbeitergeld einführen, das einigen betroffenen Mitarbeitern, wie bereits bei den großen Farmen, vorübergehend 80 Prozent ihres Bruttolohns abdeckt.
Quelle: STVR