Die angekündigte Einführung von Zöllen durch die Vereinigten Staaten auf Importe aus der EU, China, Kanada und Mexiko sowie die anschließenden Gegenmaßnahmen könnten schwerwiegende Folgen für die slowakische Wirtschaft haben. In einem Worst-Case-Szenario könnte das Bruttoinlandsprodukt Ende 2027 um fast 3 Prozent sinken, wobei die Wirtschaft 20.000 Arbeitsplätze verlieren würde. Vom internationalen Handel abhängige Sektoren wie Industrie oder Verkehr würden erhebliche Verluste erleiden, stellt die Slowakische Nationalbank (NBS) in ihrer Frühjahrsprognose fest.
Innerhalb der EU wäre die Slowakei eine der am stärksten betroffenen Volkswirtschaften, sagte am Dienstag (25.3.) der Chefvolkswirt der Nationalbank Michal Horváth: „Wir schätzen, dass ein groß angelegter Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, China und der EU die Wirtschaft bis 2027 kumuliert um 2,7 Prozent schwächen könnte. Das heißt, mehr als 3 Milliarden Euro würden verloren gehen. Dies würde unsere Exporttätigkeit, auf die sich die Leistung der slowakischen Wirtschaft stützt, erheblich schwächen. Da würden sich die Einbußen auf rund 5 Milliarden Euro belaufen. Man spricht viel über die Automobilindustrie und die Auswirkungen möglicher Zölle der Vereinigten Staaten auf die Exporte der Automobilhersteller, aber nach unseren Berechnungen ist dies nur ein Teil des Problems. Dessen Großteil besteht darin, dass unsere Wirtschaft stark mit anderen Ländern verflochten ist, die ebenfalls mit den Vereinigten Staaten Handel treiben. Diese Verflechtung innerhalb der Handelsketten würde einen größeren Teil des Handelsdefizits für die Slowakei verursachen.“
Die Nationalbank senkte in ihrer Frühjahrsprognose das erwartete Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 1,9 Prozent. Im Dezember hatte sie noch mit 2,3 Prozent gerechnet. Grund ist insbesondere die wachsende Unsicherheit in der Welt- sowie in der slowakischen Wirtschaft.
Quelle: TASR