Nahe der ostslowakischen Stadt Michalovce hat ein neues Wartungszentrum für Waffen, die in der Ukraine verwendet werden, seinen Betrieb aufgenommen. Dort sollen nun die beim Kampf gegen die russische Aggression verschlissenen oder beschädigten Großwaffen wieder instandgesetzt werden. Etwa bei der Panzerhaubitze 2000 werden Lauf und Kanone durch das intensive Feuer erheblich abgenutzt. Es ist jedoch nicht möglich, ihre ausreichende Wartung direkt an der Front sicherzustellen. Dafür soll das neue Wartungszentrum in der Slowakei Abhilfe schaffen. Eingerichtet wurde es auf Grundlage eines Regierungsabkommens zwischen der Slowakei und der deutschen Bundesregierung. Zur Eröffnung kam auch der deutsche Brigadegeneral Christian Freuding in die Slowakei und erklärte gegenüber der DPA: „Für uns ist das ein ganz wichtiger Beitrag zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte. Wir können damit dazu beitragen, dass die von uns übergebenen und so erfolgreich eingesetzten Waffensysteme auch dauerhaft einsatzbereit sind. Es ist zugleich ein Beispiel für die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Slowakei und Deutschland.“
Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte bereits im November angekündigt, dass Deutschland in der Slowakei ein Wartungszentrum für Service und Reparatur von in der Ukraine eingesetzten Waffen errichten werde. Angebahnt hat Deutschland die diesbezügliche Kooperation mit der Slowakei bereits im September dieses Jahres. Vor einem Monat erklärte der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Naď (OĽANO): „Angesichts der hohen Qualität der slowakisch-deutschen bilateralen Beziehungen und der anhaltenden Dringlichkeit der Unterstützung der Ukraine haben unsere Teams natürlich intensiv an dem Abkommen gearbeitet, damit wir so schnell wie möglich mit den Reparaturen beginnen konnten. Die russische Aggression in der Ukraine wartet nicht, also kann auch unsere Hilfe nicht verzögert werden“
Umgesetzt wird die Instandsetzung in der Slowakei vom deutschen Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Deutschland hat der Ukraine bisher 14 Stück der Panzerhaubitze 2000, 5 Mehrfachraketenwerfer Mars und 30 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard übergeben, wobei noch 7 weitere Gepard dazukommen sollen. Außerdem wurden 50 gepanzerte Mannschaftstransporter des Typs Dingo an die Ukraine geliefert. In der Anfangsphase sollen sich die Reparaturarbeiten auf dieses Militärgerät spezialisieren. Deutschland hat allerdings auch Waffen anderer Hersteller an die Ukraine übergeben. Das neue Wartungszentrum befindet auf einem Kasernengelände nur rund 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze.