Die Flößer in der mittelslowakischen Gemeinde Strečno starten auch dieses Jahr zwei Monate später in die Saison. Der Beginn der Fahrten auf der Waag, vorbei an den Felsen Margita und Besná, habe sich durch die Corona-Einschränkungen verzögert, sagt Pavol Albrecht von der Ersten Flößerei- und Rafting-Gesellschaft: „Unsere Saison beginnt normalerweise am ersten April. Unter Berücksichtigung der Pandemie-Maßnahmen und der Situation in der Slowakei nehmen wir unsere Tätigkeit aber erst jetzt wieder auf. Es handelt sich um eine Outdoor-Aktivität und deshalb meine ich, dass sich keine Einschränkungen darauf beziehen. Die allgemein gültigen Regeln müssen natürlich beachtet werden. Das bedeutet: Passagiere und Personal müssen Mundschutz tragen."
Die Flößer haben bereits im Vorjahr eine Erfahrung mit einer kürzeren Saison gemacht. „Man durfte nicht zu viel ins Ausland reisen und es wurde auch dafür geworben, die Slowakei zu entdecken. Deshalb würde ich sagen, dass das Interesse hier ziemlich hoch war - aber nur in den Sommermonaten. Dann kamen plötzlich wieder die Einschränkungen. Ich nehme an, dass es dieses Jahr ähnlich sein wird wie im Vorjahr. Es ist für uns ein signifikanter Rückgang, weil die theoretisch sechsmonatige Saison nur zweieinhalb Monate gedauert hat. Wir können also von einem Einbruch von bis zu 40 Prozent sprechen."
Die Anfänge der Flößerei reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, ihren größten Aufschwung erlebte sie im 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ersetzt wurde sie mit dem aufkommenden Eisenbahnverkehr zwischen 1915 und 1935.
Die Tradition der Flößerei auf dem schönsten und gefährlichsten Abschnitt der Waag im Strečno-Durchbruch wurde 1999 wieder ins Leben gerufen. Seitdem begrüßte man laut Pavol Albrecht mehr als 100.000 Menschen aus der ganzen Welt auf den Flößen in Strečno. Während der rund 50 Minuten langen Fahrt kann man sich vom Wasser aus die Felsen Margita und Besná, die Alte und Neue Burg Strečno, technische und historische Sehenswürdigkeiten sowie Naturschönheiten ansehen.
Quelle: TASR