Roma arbeiten als Assistenten in Schulen, helfen in Wohnsiedlungen und neulich steigen sie auch als Verkehrsassistenten in den Regionalzug zwischen Poprad und Stará Ľubovňa ein. Bis zu dreißig Menschen bekommen damit einen Job und Fahrgäste mehr Komfort.
Mehrere freiwillige Verkehrsassistenten benutzen selbst diesen Zug. Sie haben deshalb schon eine Idee, was man verbessern könnte und wie sie sich nützlich machen können. Einer von ihnen ist Dominik Oračko. Er will zur Verfügung stehen, wenn man Hilfe braucht - mit dem Gepäck oder der Fahrkarte. Wie er sagt, gebe es auch Konflikte in den Zügen - ausgelöst sowohl von Roma als auch von Nicht-Roma. Er möchte auch hierbei behilflich sein. Oračko fasst zusammen: „Meine Aufgabe ist es, die Fahrgäste aufzuklären und ihnen zu helfen."
Die Initiative zielt auf gute Beziehungen zwischen den Mitarbeitern der Bahngesellschaft und den Fahrgästen ab. Zugleich will man durch aktive Teilnahme aller Parteien Konfliktsituationen verhindern. Wie der Generaldirektor der Bahngesellschaft ZSSK Filip Hlubocký betont, könnten die Zusammenarbeit, das gegenseitige Verständnis und der Respekt langfristig die Lage für alle verbessern. Das Projekt entwickelt zugleich das Modell der potenziellen Beschäftigung von gering qualifizierten Arbeitskräften. Diese bereitet man für eine Arbeit bei ZSSK vor. Filip Hlubocký: „Wir wollten den Menschen aus den örtlichen Gemeinschaften eine Chance geben und deshalb haben wir Menschen angesprochen, die auch des Romani mächtig sind."
Der Regierungsbevollmächtigte für Roma-Gemeinschaften, Ábel Ravasz begrüßt das Projekt. Wie er meint, seien Initiativen, die die Spannungen in der Gesellschaft verringern können, heute wichtiger denn je:„Diese Linie ist dadurch bekannt, dass sie durch die größten Roma-Gemeinschaften in der Slowakei führt. Ich vernehme hier keine großen Konflikte, kleinere allerdings schon."
Die Verkehrsassistenten bekommen 150 Euro als Beitrag zur Kostenvergütung. Die Kosten für das Konzept, das für 20 Monate angesetzt ist, belaufen sich auf etwa 150 000 Euro, so der Sprecher der Bahngesellschaft, Tomáš Kováč. Das Unternehmen weist zurück, dass es sein Image vor der Wahl verbessern wolle. Es habe das Projekt ein Jahr lang vorbereitet und auch weitere Linien im Fokus, auf denen sich die Verkehrsassistenten betätigen könnten.
Quelle: RTVS, TASR