Möglichst bald neue Handelsbeziehungen mit Großbritannien nach dem Brexit zu vereinbaren, sei im Interesse der Slowakei wie auch der gesamten Europäischen Union. Dies sagte der slowakische Regierungschef Peter Pellegrini nach einem Treffen mit dem britischen Botschafter in der Slowakei, Andrew Garth, am Freitag in Bratislava.
Trotz allem, was mit Großbritannien letztendlich besprochen werde, sei er froh, dass Großbritannien weiterhin ein guter strategischer Partner für die Slowakei sein werde, ergänzte der slowakische Premier. Die Slowakei habe dabei vor, die Zusammenarbeit in den Projekten vieler Bereiche fortzusetzen.
Wie der britische Botschafter erinnerte, habe Großbritannien für den Beitritt der Slowakei zur Europäischen Union bereits in Zeiten gekämpft, als manche Länder noch gezögert haben. Man habe die Grenzen für die Slowaken geöffnet, womit Großbritannien zu einem der größten Handelspartner der Slowakei geworden ist. Jetzt sei es jedoch an der Zeit, neue Partnerschaften Großbritanniens mit der Slowakei und der EU aufzubauen.
In Zusammenhang mit dem Brexit versicherte Premier Pellegrini die slowakischen Bürger, dass sich für sie ab dem 1. Februar nichts ändern werde. Keine Änderungen würden auch die Unternehmer betreffen, die ihre Ware aus- oder einführten. In den kommenden elf Monaten gelten Nulltarife sowie keine anderen Begrenzungen im freien Warenverkehr. Peter Pellegrini empfiehlt den in Großbritannien lebenden Slowaken, sich in das offizielle System so zu registrieren, wie es das Außenamt vorschreibt. Dem britischen Botschafter zufolge sei es erfreulich, dass dies bereits rund 57 Tausend Slowaken getan haben.
Das Abkommen zwischen London und Brüssel legt fest, dass die Übergangsperiode, die für die Verhandlungen über kommende Partnerschaften notwendig sein sollte, um 1 oder 2 Jahre verlängert werden könnte. Dies erfordert jedoch eine Zustimmung beider Parteien noch vor dem 1. Juli 2020. Großbritannien ist am 31. Januar 2020 um Mitternacht aus der EU ausgetreten. Die Übergangsperiode wurde vorerst bis zum 31. Dezember 2020 vereinbart.
Quelle: TASR