Das sei heute ein trauriger Tag für ihn, sagte der slowakische EU-Abgeordnete Vladimír Bilčík zum Brexit-Abkommen, das am Mittwoch vom EU-Parlament ratifiziert wurde. Das Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei stimmte dafür. Für ihn sei es wichtig, dass Großbritannien die Europäische Union mit einem Vertrag verlassen wird. „Aber ich bin nicht stolz auf diese Situation, dass ein Mitgliedsstaat weggeht. Das ist nicht gut für die Union, das ist nicht gut für unsere Stärke innerhalb der Union, aber auch außerhalb der Europäischen Union."
Der Brexit ist Realität, jetzt muss man an bestmögliche Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien in der Zukunft denken. Darin stimmen die slowakischen EU-Abgeordneten überein. Robert Hajšel von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten meinte: "Man muss jetzt nicht weinen, dass Großbritannien nach 47 Jahren aus der EU austritt, sondern sich bemühen, solche Beziehungen zu erreichen, die vielleicht auch besser sein werden als bisher." Ivan Štefanec von der Fraktion der Europäischen Volkspartei erklärte: "Die zweitstärkste Wirtschaft verlässt die Europäische Union und es ist bestimmt weder für Europa, noch für Großbritannien ein guter Schritt. Andererseits: Wir sind Realisten und müssen auch in dieser Lage alles dafür tun, dass die Beziehungen mit Großbritannien gut sind. Auch für unsere Bürger ist es wichtig, damit unsere Studenten nach wie vor in Großbritannien studieren und unsere Produkte weiterhin nach Großbritannien ausgeführt werden können. Wir möchten nicht, dass die jetzige Situation, die im Brexit gipfelte, zur Verschlechterung der Beziehungen führt. Ich glaube, dass diese korrekt und weiterhin sehr eng sein werden."
In den kommenden elf Monaten gilt eine Übergangsphase, in der die Briten und die EU die nötigen Vereinbarungen zu treffen haben. Elf Monate seien eine extrem kurze Zeit, um alle Bereiche zu regeln, meint der slowakische Premier Peter Pellegrini: "Für die Slowakei wird es auf dem europäischen Boden wichtig sein, sich möglichst bald auf einen Vertrag im Wirtschaftsbereich zu konzentrieren. Denn auch unser Export führt nach Großbritannien. Dann stehen natürlich die Abkommen in Bezug auf die Bürger von Drittländern aus der EU auf dem Boden Großbritanniens im Vordergrund. Wir haben schon die ursprüngliche Kommission für den Brexit in eine Koordinierungsgruppe geändert, die alle Aktivitäten der Slowakei im Verhältnis zu Großbritannien vorbereiten soll. Wir wünschen uns sehr, die Einheit möglichst lange beizubehalten, als die EU-27 zu verhandeln und nicht zu bilateralen individuellen Abkommen zu greifen. Denn dies könnte den Verlauf der Verhandlungen komplizierter machen."
Wie der Gouverneur der Slowakischen Nationalbank Peter Kažimír ergänzte, betreffen die Verhandlungen auch die Finanzbeziehungen. In dieser Hinsicht sei für die Slowakei als Mitglied der Eurozone ein einheitliches Vorgehen wichtig.
Quelle: RTVS, TASR