Das Leid und die Verfolgung europäischer Roma während des Zweiten Weltkriegs ist dieser Tage auch Thema in den höchsten EU-Institutionen. Im Zusammenhang mit dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar gedenkt man auch dem Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. Der slowakische EU-Parlamentarier Peter Pollák (OĽaNO) hat dazu in Brüssel auch eine Ausstellung organisiert und Debatten initiiert. Am Dienstag diskutierten etwa unter Anwesenheit von EP-Präsident David Sassoli die EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, und die ungarische EU-Parlamentarierin Lívia Járóka, die der Volksgruppe der Roma angehört. Bei der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments am Mittwoch soll sich auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Thema Roma-Holocaust äußern. Wie Pollák betonte, spreche man dabei auch heute noch vom „vergessenen Holocaust": „Und das, obwohl die Roma während des Zweiten Weltkriegs dieselbe Hölle erlebt haben wie andere Völker. Man spricht davon, dass sogar 80 Prozent der Roma-Bevölkerung Europas ermordet worden sein sollen."
Laut Pollák müssten wir in Europa auch dringend Schritte zur Prävention des zunehmenden Extremismus treffen. Dafür brauche es vor allem gute Bildung - etwa, dass die Kinder in den Schulen über den Holocaust und auch über die Roma lernten. Wichtig sei dabei auch das Wissen darüber,„dass Menschen während des Zweiten Weltkriegs allein deshalb gestorben sind, weil sie jemand als minderwertig bezeichnete. Und es darf nicht möglich sein, eine gesamte Volksgruppe als „Asoziale" oder „Parasiten" zu bezeichnen. Denn genau solche Bezeichnungen haben auch die Nazis während des Zweiten Weltkriegs verwendet."
Allerdings fehle es auch heute noch an detaillierten Informationen darüber, was in der Slowakei im Zusammenhang mit dem Roma-Holocaust geschehen ist. Dabei gebe es laut Pollák auch noch viel Raum für wissenschaftliche Institutionen, klare Stellungnahmen über den Völkermord an den Romawährend des Zweiten Weltkriegs abzugeben.
Quelle: TASR