Mehr als 100 Menschen sind bereits in China durch das Coronavirus gestorben und Millionen stehen unter Quarantäne. Auf vier Kontinenten verzeichnet man neue Fälle der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung und immer mehr Staaten ergreifen Vorsichtsmaßnahmen. Darunter auch die Slowakei, obwohl bis jetzt in dem Land noch keine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt wurde.
Um die Lage nicht zu unterschätzen, richtete die Regierung einen Krisenstab ein. Dieser entschied, dass sich das Personal sämtlicher größerer Krankenhäuser, des Flughafens Bratislava und der Grenzübergänge mit der Ukraine einer Übung unterziehen soll. Dabei wird die Ausbreitung des neuen Virus simuliert. Wie die Behörden aber gleichzeitig betonen, gebe es keinen Grund zur Panik, da die Bedrohung gegenwärtig gering sei. Bei Coronavirus-Verdachtsfällen können slowakische Gesundheitseinrichtungen noch nicht selber die Proben analysieren. Diese schickt man derzeitig in die medizinischen Labors in Berlin. Geht es nach dem Haupthygieniker des Gesundheitsamtes, Ján Mikas, sollten jedoch in wenigen Tagen auch slowakische Labors über die nötigen Sequenzdaten des Virus verfügen: „Sobald uns diese Sequenz im Rahmen des internationalen Austausches geliefert wird, können wir unsere Vorgehensweise auf die entsprechende Methodik einstellen und innerhalb einer Woche selbst die Diagnostik durchführen."
Das Coronavirus hat ähnliche Symptome wie die Grippe. Laut Experten stelle diese altbekannte Krankheit gegenwärtig in der Slowakei eine ernsthaftere Bedrohung dar als das Virus aus China. Januar und Februar gelten als Monate in denen am häufigsten mit Grippewellen zu rechnen ist. Und diese seien nicht zu unterschätzen, meint die Epidemiologin Zuzana Krištúfková: „Jedes Jahr sterben in der Slowakei im Durchschnitt 800 Menschen an der Grippe. Die Mehrheit der Todesfälle ist jedoch vermeidbar, denn man kann sich impfen lassen. Leider nutzen nur sehr wenige Menschen diese Möglichkeit."
In der Slowakei verzeichnet man eine der niedrigsten Influenza-Impfquoten innerhalb der Europäischen Union. Nur etwas weniger als fünf Prozent der Bevölkerung ließen sich in den vergangenen Jahren gegen die Grippe impfen.
Quelle: RTVS