Wälder müssen auf Klimawandel vorbereitet werden

Wälder müssen auf Klimawandel vorbereitet werden

Die slowakischen Wälder müssen sich auf den Klimawandel vorbereiten. Dies hielt die slowakische Landwirtschaftsministerin Gabriela Matečná auf einer zweitägigen Konferenz in der Hohen Tatra fest, die den aktuellen Problemen beim Waldschutz gewidmet war. Matečná zufolge belaste der Klimawandel bedeutend die Wälder im Land und beeinflusst deren Lebensdauer und Struktur. Das Ressort will daher Maßnahmen treffen, um die Zusammensetzung der Holzarten dem wärmeren Klima anzupassen. Außerdem sollen die Wälder naturnah bewirtschaftet werden. Der bisherige Anstieg der Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa um 1 bis 1,3 Grad Celsius bedeutet laut Forstwirten, dass die ursprünglichen Holzarten auf ihren Standorten nicht mehr heimisch sind. In der Slowakei handelt es sich dabei vor allem um Nadelbäume, sagt der Generaldirektor des Nationalen Forstzentrums Ľuboš Halvoň: „In den letzten Jahren sinkt der Anteil der Nadelholzarten deutlich. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass die Struktur unserer Wälder in der Zukunft anders sein wird und dass dort Laubbäume dominieren werden. Die Fichte ist sehr empfindlich gegenüber den Faktoren, die der Klimawandel mit sich bringt: Wärme und Dürre."

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldökosysteme zeigen sich in der niedrigeren Produktion und Widerstandsfähigkeit der Holzarten, einer erhöhten Sterblichkeit der Bäume, einem höheren Risiko für Waldbrände und Sturmkatastrophen, der übermäßigen Vermehrung von Schädlingen oder dem Eindringen von invasiven Arten. Die ungewünschten physiologischen Veränderungen der Bäume können ihre Fähigkeit schwächen, CO2 zu binden. Die Reaktionen der Ökosysteme auf den Klimawandel vorherzusagen ist komplizierter als jene der landwirtschaftlichen Kulturen. Hauptgrund ist der viel längere Lebenszyklus des Waldes. Das Nationale Forstzentrum simulierte in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität im mittelslowakischen Zvolen auf einem Biodynamik-Simulator die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder. Die Ergebnisse des Experiments zeigen drei Anpassungsmodelle, die dem Landwirtschaftsressort als Unterlagen bei der Umsetzung der erwähnten Maßnahmen dienen sollen. Die Wälder bedecken insgesamt knapp 45 Prozent der Oberfläche der Slowakei. Ressortchefin Gabriela Matečná meinte, dass die Forstwirtschaft an den Klimawandel angepasst werden müsse, um diesen Waldreichtum zu erhalten.


Quelle: TASR

Jana Hrbeková, Foto: Flickr/Peter Fenda

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