Welpenexport aus der Slowakei boomt

Welpenexport aus der Slowakei boomt

Rund 1300 misshandelte Hunde hat die Tierschutzorganisation „Sloboda zvierat" im vergangenen Jahr registriert. Viele von ihnen brachten Züchter direkt ins Tierheim. Nachdem im vergangenen Jahr die Chippflicht für Hunde eingeführt worden war, entschlossen sich viele, illegale Welpen abzugeben und den Export zu stoppen. Dennoch gehört die Slowakei noch immer zu den europäischen Ländern, aus denen am meisten Welpen exportiert werden.

Einer der größten Welpen-Exporteure der Slowakei hat seinen Sitz im westslowakischen Pata. Bereits vor zwei Jahren war die Firma in den Schlagzeilen. Eine belgische Tierschutzorganisation hatte beim staatlichen Lebensmittel- und Veterinäramt Beschwerde eingereicht. Die Firma würde Welpen in einem jüngeren Alter als gesetzlich vorgeschrieben verkaufen und in den Papieren gefälschte Angaben zu Alter und Impfungen machen. Die Leiterin von Puppy Export Eva Harmatová:

„Der Handel ist nichts, was man nicht machen sollte. Es ist eine wirtschaftliche Tätigkeit. Die Menschen züchten Tiere und verdienen Geld für ihr täglich' Brot."

In der Firma wurden mehrere Kontrollen durchgeführt und Strafen verhängt. Dennoch verkauft der Betrieb noch immer Welpen. Pavla Dugovičová von der Tierschutzorganisation „Sloboda zvierat":

„Das Problem ist, dass es im Ausland stets ein großes Interesse an diesen Welpen gibt. Letztes Jahr hat es uns etwas geholfen, dass im Gesetz die Chippflicht eingeführt wurde. Wir haben aber keine grundlegenden Änderungen wahrgenommen, was die Zuchthunde betrifft."

Das Lebensmittel- und Veterinäramt räumt ein, dass das entsprechende Gesetz überarbeitet werden müsse. Leiter Jozef Bíreš zufolge sollte aber auch gesetzlich festgehalten werden, wie viele Hunde ein Züchter haben darf. Dann wäre es seinen Worten nach einfacher gegen sogenannte geheime Zuchtfirmen vorzugehen. Hundepsychologin Michaela Murková würde einen Hundeführerschein befürworten. Einen derartigen Befähigungsnachweis für Hundehalter gibt es beispielsweise in Deutschland oder Österreich. Michaela Murková:

„Ich denke, das wäre ein Weg, um die Menschen dazu zu bringen, mit den Hunden zu arbeiten und sie nicht nur als Hund oder nur als Tier wahrzunehmen."

Quelle: RTVS

Katrin Litschko, Foto: TASR

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