Auswanderung von Studenten ins Ausland soll gestoppt werden

Auswanderung von Studenten ins Ausland soll gestoppt werden

Die Auswanderung slowakischer Studenten ins Ausland zu bremsen und zu stoppen. Das ist eine der wichtigen Aufgaben, mit denen sich die Slowakei in naher Zukunft befassen werden muss. Dies sagte Präsidentin Zuzana Čaputová während des Neujahrsempfangs von Mitgliedern der Slowakischen Rektorenkonferenz und Vertretern der Slowakischen Akademie der Wissenschaften.

Die Präsidentin zog dabei eine Meinungsumfrage heran, wonach bis zu 90 Prozent der Befragten angaben, dass die Wissenschaft für die Entwicklung und den Wohlstand der gesamten Gesellschaft von größter Bedeutung sei.

"Die Slowakei braucht dringend Hochschulen und Universitäten als Orte, an denen das intellektuelle und kulturelle Potenzial unseres Landes auf neue, effizientere Weise verwertet wird. Das Problem ist nicht, dass die Studenten zu einem kurzen oder längeren Auslandsaufenthalt abreisen, denn dies kann in vielen Bereichen von Vorteil sein. Das Problem ist, dass nur wenige von ihnen auch wieder in die Slowakei zurückkehren. Wir alle wissen, dass es nur einen Weg gibt, wie man diesen Trend stoppen und umkehren kann. Unsere wissenschaftlichen Talente brauchen die Möglichkeit, hierzulande nicht nur eine qualitativ hochwertige Ausbildung, sondern auch die Aussicht auf wissenschaftliche Selbstverwirklichung zu erhalten, damit sie nirgendwo hingehen müssen. Kein modernes Land kann sich weiterentwickeln, ohne dass sich die Wissenschaft und Bildung entwickeln. Daher ist es notwendig, Exzellenzzentren in Forschung und Lehre in wesentlich größerem Umfang als bisher zu errichten."

Laut Čaputová sei sich die überwiegende Mehrheit der Gesellschaft dessen bewusst, dass die Slowakei auch weiterhin zu den erfolgreichen und prosperierenden Ländern der Welt zählen will. Doch dazu sei es notwendig, nicht nur ausreichend Mittel in Bildung und Wissenschaft zu investieren, sondern die Entwicklung dieser Bereiche zu einer Priorität zu machen. Wie sie hinzufügte, gebe es an den slowakischen Universitäten zwar eine Menge Studienfächer, jedoch könnten die quantitativen Indikatoren die gewünschte Qualität nicht ersetzen. Geht es nach Čaputová, soll jedoch das akademische Umfeld ein Vorbild für andere Bereiche des öffentlichen Lebens sein. Deshalb werde sie alles tun, um das Ansehen der Wissenschaft und die gesellschaftliche Anerkennung der Wissenschaftler zu erhöhen.

Die Notwendigkeit, die Abwanderung slowakischer Studenten ins Ausland, insbesondere in die Tschechische Republik, zu verhindern, betonte in seiner Rede auch der Präsident der Slowakischen Rektorenkonferenz, Rudolf Kropil:

"Es wäre für die Slowakei wichtig, dass unsere ausgebildeten Absolventen in die Slowakei zurückkehren. Wir nehmen die Erhöhung der Lohnanpassung insbesondere für Lehrkräfte als sehr positiv wahr, es fehlen jedoch auch weiterhin Gelder für eine grundlegende Entwicklung von Hochschulen und Universitäten. Aus diesem Grund würden wir auch eine effizientere Nutzung der Strukturfonds für den Ausbau der Infrastruktur an Hochschulen begrüßen."

Ähnlicher Meinung ist auch Pavol Šajgalík, Vorsitzender der Slowakischen Akademie der Wissenschaften. Er sagte:

„Hochschulen und Universitäten bilden häufig Fachkräfte für die Gegenwart aus, weil sie sofort in die Praxis gehen. Doch die Wissenschaft, die wir heute an Universitäten oder an der Akademie betreiben, ist eher für die Zukunft bestimmt. Daher erlaube ich mir zu sagen, dass ein Land, in dem es keine qualitativ hochwertige Ausbildung gibt, auch keine Gegenwart hat. Und ein Land, das keine gute Wissenschaft unterstützt, hat auch keine gute Zukunft."

Quelle: TASR

Juraj Pavlovič, Foto: TASR

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