Als zukünftige Präsidentin der Europäischen Kommission muss Ursula von der Leyen eine neue Kommission zusammenstellen. Die Slowakei hat ihren bisherigen Kommissar Maroš Šefčovič nominiert und schickt ihn damit ein weiteres Mal nach Brüssel. Šefčovič würde gerne sein jetziges Amt als Kommissar für die Energieunion fortführen, um an einigen laufenden Projekten weiter zu arbeiten. Es liegt aber an der zukünftigen Kommissionspräsidentin, die Ämter zu vergeben und Šefčovič ist bewusst, dass es unwahrscheinlich ist, zweimal in Folge dieselbe Funktion innezuhaben.
Nach dem Beitritt der Slowakischen Republik zur Europäischen Union im Jahr 2004 wurde Maroš Šefčovič ständiger Vertreter der Slowakei bei der EU. 2009 kam er als Nachfolger von Ján Figeľ in die Kommision und übernahm die Funktion des Kommissars für allgemeine und berufliche Bildung und Kultur von seinem Vorgänger. Von 2010 bis 2014 kümmerte er sich um das Ressort Institutionelle Beziehungen und Verwaltung. Seit 2014 ist er für die Energieunion zuständig. Zugleich ist er nun einer der Vizepräsidenten der Kommission, eine Funktion, die er bereits in der letzten Kommission innehatte. In einer Pressekonferenz äußerte sich Šefčovič und nahm Rücksicht auf die Arbeit von der Leyens: „Ich habe schon mehrmals die Möglichkeit gehabt, mich mit der zukünftigen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu treffen. Auch die Frage, wie die zukünftige Kommission aussehen soll, haben wir bereits erörtert. Ihr ist bewusst, wie schwierig ihre Aufgabe, eine neue Kommission zusammenzustellen, ist. Dabei muss sie schließlich die Ergebnisse der Europawahlen und die unterschiedlichen bedeutenden Fraktionen im Europäischen Parlament respektieren."
Šefčovič verwies darauf, dass von der Leyen immer noch auf die Nominierung aus Italien warten müsse. Erst dann würde klarer werden, wem welche Funktion zugewiesen werde.
Premier Peter Pellegrini hatte am Mittwochvormittag in Brüssel gemeint, Šefčovič habe das, was es braucht, um wieder Vizekommisionspräsident zu werden. In den Medien wurde darüber berichtet, dass die Tschechin Věra Jourová Vizekommissionspräsidentin werden könnte. Auf die Frage, ob Jourová, die ebenfalls einen der vier Visegrád-Staaten vertritt, nicht Grund dafür sein könnte, dass Šefčovič die Funktion des Vizes verliert, meinte er: Es sei von der Leyens Entscheidung. Dabei gehe es nicht ausschließlich um die Politik, sondern auch um die Verteilung nach Nationalitäten.
Nun müsse eine Nominierung aus Rom abgewartet werden, danach sei es an Ursula von der Leyen, das bestmögliche Team für Europa zusammenzustellen. Das Ziel von Maroš Šefčovič sei hierbei auch, wieder zu zeigen, dass die Slowakei ein klar proeuropäisches Land sei.
Quelle: TASR