Slowakische Staatsspitze über Nationalaufstand

Slowakische Staatsspitze über Nationalaufstand

Am 29. August 1944 begann der Slowakische Nationalaufstand, auf Slowakisch „Slovenské národné povstanie", kurz: SNP. Dabei erhoben sich Soldaten, Partisanen und einfache Menschen gegen den Faschismus Hitler-Deutschlands. Am Donnerstag (29.8.) fand die traditionelle Gedenkveranstaltung in der mittelslowakischen Stadt Banská Bystrica statt. Hier nahm der Aufstand vor 75 Jahren seinen Anfang. Präsidentin Zuzana Čaputová, Premier Peter Pellegrini und Parlamentspräsident Andrej Danko äußerten sich zum Aufstand und zu seiner Bedeutung in der heutigen Zeit. Einig waren sie sich alle insofern, dass die Themen Extremismus und Verbreitung von Lügen gerade heute wieder aktuell seien. Dagegen müsse man vorgehen.

Peter Pellegrini meinte, man dürfe nicht vergessen, was es damals bedeutet hat, am Aufstand teilzunehmen:

"Es mag zwar vor allem für die junge Generation trivial klingen, doch in slowakischen Schützengräben und Wäldern starben Menschen. Das war kein Computerspiel, sondern ein Kampf ums nackte Überleben. Und viele, die ihn überlebt hatten, litten noch viele Jahre unter ihren Verletzungen oder wurden aus dem Schlaf gerissen, da sie sich an Momente erinnerten, die sie durchleben mussten."

Er verdeutlichte, die Soldaten seien Angesicht zu Angesicht mit ihrem eigenen Tod gestanden. Doch sie wussten, dass man eine Zukunft in ununterbrochener Angst und Verfolgung nicht Leben nennen könne.

Ein dreiviertel Jahrhundert später sei das Thema Extremismus wieder aktuell. Die heutigen Extremisten würden immer klüger, so der sozialdemokratische Regierungschef: Sie hätten eine sanftere Rhetorik und würden diese in traditionelle Werte packen. Sie würden gezielt versuchen, auf die junge Generation einzuwirken. Deshalb sei es wichtig, dieser jungen Generation bewusst zu machen, wohin Faschismus führen kann: Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges wurden Menschen in Übermenschen, Untermenschen und solche ohne Recht auf Leben eingeteilt.

Zuzana Čaputová äußerte sich ähnlich: Sie richtete ihren Dank an alle, die ihr Leben im Kampf für die Freiheit riskiert hätten. Darüber hinaus appellierte sie an den Mut der Menschen: Auch in der Gegenwart müssten Werte wie ein demokratischer Rechtsstaat, Freiheit und Gerechtigkeit verteidigt werden.

Heute hätten wir das Glück, dass wir nicht mehr mit der Waffe in der Hand gegen den nach der Weltherrschaft strebenden Nationalsozialismus kämpfen müssten, so die Präsidentin. Dennoch gebe es Gefahren, die heutzutage präsent seien. Vielfalt dürfe nicht als Hindernis für Zusammenarbeit angesehen werden.

Parlamentspräsident Andrej Danko von der Slowakischen Nationalpartei SNS warnte auch vor Extremismus, vor Lügen und vor Propaganda. Er sehe zwei Bedrohungen: auf einer Seite den faschistischen Extremismus, auf der anderen Seite den liberalen Extremismus. Gerade durch das Internet sei es heutzutage leicht, sich manipulieren zu lassen.

Quelle: TASR


Michael Thanei Foto: TASR

Živé vysielanie ??:??

Práve vysielame