Voriges Jahr wurden 120 Tonnen Plastikflaschen und -verpackungen in der Slowakei in Umlauf gebracht. Ab 2021 sollen aus Geschäften und Restaurants bestimmte Einwegartikel aus Plastik verschwinden. Die slowakische Regierung hat eine entsprechende Novellierung des Abfallgesetzes beschlossen. Neben weiteren Neuregelungen, etwa zur Mülltrennung, wird ab 2021 das Inverkehrbringen von Kunststofftellern und -besteck, Getränkerührlöffeln, Strohhalmen, Luftballonstangen, Wattestäbchen sowie Lebensmittelgefäßen, Getränkebehältern und -bechern aus Polystyrolschaum sanktioniert. Dies gilt auch für bestimmte Kunststoffe, die nicht biologisch abbaubar sind und sich zu umweltschädlichen Mikroplastik-Partikeln zersetzen. Dazu der Sprecher des Umweltministeriums, Tomáš Ferenčák: "In der Slowakei werden jährlich rund 14.000 Tonnen Einweg-Plastikprodukte verbraucht, die nicht als Verpackungen klassifiziert sind. Beispielsweise Plastikteller und Plastikbesteck machen dabei einen beträchtlichen Anteil aus."
Die ganze Europäische Union führt den Kampf gegen nichtökologische Plastikprodukte. Nachdem die Slowakei die Einkaufstaschen aus Kunststoff kostenpflichtig gemacht hat, soll bekanntlich nun auch ein Pfand auf PET-Flaschen und Blechdosen kommen. Die aktuell vorgelegte Gesetzesänderung begünstigt diejenigen, die mehr Öko-Produkte haben. Noch einmal Umweltressorsprecher Ferenčák: „Ziel ist es, die Produzenten dazu anzuregen, bevorzugt gut und kostengünstig recycelbare Materialien auf den Markt zu bringen."
Wer also besser wiederverwertbare Verpackungsmaterialien anbietet, soll künftig niedrigere Entsorgungsgebühren bezahlen. Die Kommunikationsdirektorin der Organisation ENVI-PAK, einer nicht gewinnorientierten Herstellervereinigung für Abfallsortierung, Katarína Kretter ergänzt: „Wenn alle schwer recycelbaren Verpackungen für den Hersteller in gewisser Hinsicht nachteilig sind, was die Absicht des Gesetzes ist, werden die Hersteller selbst das ökologischere Material bevorzugen. Unter den jetzigen Wettbewerbsbedingungen in der Slowakei müssen wir sicherstellen, dass es nicht zu einer spekulativen Auswahl von Herstellern oder Systemen kommt."
Auch diesbezüglich sollte die Gesetzgebung präzisiert werden, meint der Verband. Ferner sei eine europaweite Harmonisierung nötig. Wer schon jetzt selbst etwas tun will, um der Natur zu helfen, kann frische Waren nicht mehr in die bisher massenhaft gebräuchlichen dünnen Folienbeutel packen, sondern zum Beispiel in Stofftaschen oder das gute alte Textilnetz.
Quelle: TASR / RTVS