Unter den Visegrád-Ländern (V4) gebe es Unterschiede, unter anderem in der Einstellung zur Europäischen Union. Jedenfalls sei die Slowakei im Rahmen der Visegrád-Gruppe das am meisten proeuropäisch orientierte Land. Dies meinte am Montag in Warschau die Slowakische Staatspräsidentin Zuzana Čaputová auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda.
Wir waren uns darin einig, dass die V4 eine wichtige regionale Gruppierung ist. Es gibt da Potenzial für die Durchsetzung von gemeinsamen Interessen. Die Stimme der Region kann stärker sein als die Stimme eines individuellen Landes.
Čaputová stellte jedoch zugleich fest, dass es unter einzelnen Visegrád Ländern Unterschiede gebe. Ein Beweis für die hohe Integration der Slowakei in der EU seien die Ergebnisse der jüngsten Wahlen. In den slowakischen Präsidentschaftswahlen im März schafften es zwei proeuropäische Kandidaten in die zweite Runde. Auch die Ergebnisse der Europaparlamentswahlen zeigten, dass die Slowakei ihren Platz in der Europäischen Union sehe, meint Čaputová. Ihr zufolge müsse sich jedes Visegrád-Land mit anderen Herausforderungen auseinandersetzen.
Einige V4-Länder werden seitens der EU vielleicht mehr, andere weniger kritisiert. Einige haben eine etwas andere Einstellung zur Lösung von Problemen, als ich persönlich bevorzugen würde oder als es bei uns in der Slowakei bevorzugt wird.
Für wichtig hält die slowakische Präsidentin jedoch, dass sie über diese Unterschiede offen sprechen konnte. Bei allen Treffen mit den höchsten Vertretern der Visegrád Länder habe dieselbe Offenheit und ein korrekter Dialog geherrscht, bewertete sie ihre Besuche in der Tschechischen Republik, in Ungarn und Polen. Mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda war sie sich darin einig, dass es kein gutes Ergebnis sei, dass die V4-Region keinen Vertreter in den höchsten Posten in der EU haben wird. Čaputová hofft, dass zumindest der slowakische Vizepräsident der EU-Kommission Maroš Šefčovič auch weiterhin als EU-Kommissar für die Energieunion tätig sein wird. Mit ihrem Besuch am Montag in Polen schloss die Präsidentin ihre Antrittstournee durch die Partnerländer der Slowakei in der Visegrád-Gruppe ab.
Quelle: TASR