Der Slowakische Nationalaufstand vor 75 Jahren gehört neben dem Warschauer Aufstand und dem Widerstand in Jugoslawien zu den größten bewaffneten Erhebungen gegen den Nationalsozialismus und Faschismus. Die Slowakei gedenkt im August dieses Ereignisses ganz besonders und so wurde bereits jetzt im Atrium des Kulturministeriums, das seinen Sitz am Platz des Slowakischen Nationalaufstands hat, eine neue Ausstellung eröffnet. Sie verfolgt das Ziel, die Vorbereitung und den Verlauf sowie die wichtige Rolle der Armee zu erläutern. Laut dem Historiker Jozef Bystrický vom Institut für Militärgeschichte bestand 1944 die schwierigste Aufgabe darin, das vollständig umzingelte Gebiet zu verteidigen, was dadurch erschwert wurde, dass sich das aufständische Heer eigentlich erst im Zuge des Aufstands richtig formierte. Zudem mangelte es an schweren Waffen. Marián Uhrín, Historiker des SNP-Museums in Banská Bystrica erklärt den Ansatz der Ausstellung:
„Wir haben versucht, den Schwerpunkt bei den ganz normalen Menschen zu setzen. Bei den Aufständischen, die während der Erhebung gefallen sind beziehungsweise deren Hinterbliebenen. Damit diejenigen, die heute leben, wissen, was ihre Vorfahren geleistet haben."
Die Ausstellung präsentiert das Wirken der einzelnen taktischen Gruppen sowie der Fliegerstaffel Kollár, vor der man großen Respekt hatte und die in diesem Zusammenhang den Spitznamen „Blaue Teufel" erhielt. Interaktive Bildschirme ermöglichen es beispielsweise, dass die Besucher die digitalisierte Version der im Aufstand verwendeten Panzer erforschen können. Kulturministerin Ľubica Laššáková (Smer-SD) sieht in der Exposition auch einen notwendigen Auftrag ihres Ressorts:
„Der Slowakische Nationalaufstand, dieses interessante Kapitel unserer Geschichte, war nicht nur ein bedeutender Meilenstein für die Geschichte und die Geschicke des Landes. Er war zugleich auch ein Meilenstein für Tausende von Familien. Alle Soldaten, die nie mehr nach Hause zurückgehrt sind, hatten irgendwo ihre Mutter, ihre Angehörigen."
Der Aufstand dauerte bis zum 28. Oktober 1944, als die militärische Führung der Aufständischen nach dem Fall von Banská Bystrica den offenen Kampf gegen Hitlers Wehrmacht aufgab und zum reinen Partisanenkampf überging, den sie bis zur Befreiung der Slowakei durch die Rote Armee im April 1945 fortsetzte. Die neue Ausstellung in Bratislava ist Teil einer Serie zum 75. Jahrestag des Aufstands. Im Atrium des Kulturministeriums bleibt sie bis Ende August und wird dann im September in Prag zu sehen sein.
Quelle: RTVS