Die Förderung der Biodiversität, des Umweltschutzes sowie der Kunststoffbeseitigung waren Hauptthemen des Treffens der Vertreter des Umweltressorts der Länder der Visegrád-Vier-Gruppe, Rumäniens und Bulgariens im nordslowakischen Tatranská Lomnica am Mittwoch. Dank zweier Gesetzesnovellen, die derzeit vorbereitet werden, nehme die Slowakei innerhalb der Visegrád-Gruppe eine führende Rolle bei der Kunststoffbeseitigung ein, meinte nach den Verhandlungen der slowakische Umweltminister László Sólymos.
Ein wichtiges Thema sei auch das Verbot von Einweg-Plastik gewesen, das eine Richtlinie der Europäischen Union vorschreibt. Ein derartiges Verbot müssen die EU-Länder bis Sommer 2021 einführen. Die große Gesetzesnovelle über Kunststoffe des slowakischen Umweltministeriums befinde sich derzeit im legislativen Prozess, informierte Sólymos. In dieser Gesetzesnovelle sei das Verbot von insgesamt neun Arten von Einweg-Plastik-Produkten festgehalten. Nach der Billigung durch die Regierung und das Parlament sollte die Novelle am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Das wäre ein halbes Jahr früher, als von der EU verlangt. Bei der Müllbeseitigung habe die Slowakei noch Nachholbedarf. Umso erfreulicher sei es, dass das Land in der Region eine führende Rolle für einen Wandel zum Besseren spiele.
Den Experten des Umweltministeriums zufolge werden jährlich rund 14 Tausend Tonnen Kunststoffprodukte in die Slowakei importiert. Einen bedeutenden Anteil bilden eben die Einweg-Plastik-Produkte.
Ein weiteres Thema der Verhandlungen war auch die Gefährdung der Insekten sowie ihre Rolle für die Lebensmittelproduktion. Sólymos erklärte: „In Europa sind bis zu 40 Prozent der Bienen und 30 Prozent der Schmetterlinge gefährdet." Dabei stelle die Slowakei keine Ausnahme dar. Minister Sólymos zufolge sollten die Länder der Visegrád-Gruppe ihre Kräfte in diesem Bereich vereinen, denn in dieser Region befinden sich dem Minister zufolge rund 30 Prozent der Bienenzüchter und Bienenstöcke Mitteleuropas.
Zum Ausklang des Treffens übergab der slowakische Minister den Vorsitz der Visegrád-Gruppe an Vertreter des tschechischen Umweltministeriums.
Quelle: TASR