Was die Situation der slowakischen Frauen im 21. Jahrhundert angeht, könne man immer noch nicht von einer Gleichstellung der Geschlechter sprechen. Die Gewerkschaftsverbände der Slowakischen Republik (KOZ) sind der Ansicht, dass Frauen sich in einer weniger vorteilhaften Lage befinden, was zum Beispiel die Arbeitsbedingungen oder den Verdienst angehe. Dies sei der Fall, obwohl laut Verfassung Frauen und Männer in der Slowakei gleichgestellt sind. Die KOZ fordert die Slowakei auf, die vorgeschlagene EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben anzunehmen. Sie will ebenso, dass sichergestellt werde, dass Frauen den gleichen Lohn bekommen wie Männer.
Von den wirtschaftlich aktiven Frauen haben in der Slowakei 27 Prozent einen Universitätsabschluss. Bei den Männern sind es 19 Prozent. Obwohl die Frauen laut der KOZ eine bessere Ausbildung hätten, hätten sie es auf dem Arbeitsmarkt schwerer. Sie werden im Arbeitsleben und beim Lohn diskriminiert. Männer mit einem Master- oder Diplomstudium verdienen im Vergleich zu Frauen mit einem vergleichbaren Abschluss 30 Prozent mehr.
Die slowakischen Frauen müssen während ihrer Karriere viele Hindernisse überwinden. Schwierig sei es für sie besonders nach dem Mutterschaftsurlaub, wenn sie wieder arbeiten wollen. Es gebe in der Slowakei etwa nicht genug Vorschuleinrichtungen. Auch die staatliche Förderung während des Mutterschaftsurlaubs lasse zu wünschen übrig.
Dem EU-Statistikamt Eurostat zufolge müssen sich Frauen in Europa außerdem häufig um Kinder und schwerkranke Angehörige kümmern. Das sei oft ein Grund dafür, wieso sie nicht arbeiten. Ähnlich verhalte es sich mit den Hausarbeiten. Europäischen Studien zufolge verbringen die Frauen in Europa doppelt so viel Zeit mit Hausarbeiten wie Männer. Das gilt auch, wenn die Männer arbeitslos sind und die Frauen arbeiten. Ebenso die Arbeitslosenquote ist bei den Frauen höher. Frauen werden am Arbeitsplatz oft nicht nur mit Diskriminierung, sondern auch mit Belästigung konfrontiert, meint die Vizepräsidentin der KOZ Monika Uhlerová. Sie setzt sich deshalb für gleiche Bedingungen für Frauen ein.
Auf die Situation der Frauen macht man besonders während des Internationalen Frauentages aufmerksam. Die Vereinten Nationen riefen ihn 1977 zum ersten Mal offiziell aus. Er geht auf einen Textilbetrieb in New York zurück. Dort protestierten am 25. März 1911 die Arbeiterinnen gegen die schlechten Arbeitsbedingungen.
Quelle: TASR