Der Chef des Slowakischen Informationsdienstes (SIS) Pavol Gašpar wollte nach einer Sitzung des parlamentarischen Sonderkontrollausschusses zur Kontrolle der Tätigkeit des SIS weder bestätigen noch dementieren, dass Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU von der Slowakei aus operieren, wie es deutsche Medien berichtet hatten. Sämtliche nachrichtendienstlichen Informationen des Geheimdienstes seien geheim. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Slowakei weitere Anschläge wie der geplante Anschlag in Haniska drohen. Wie Gašpar mitteilte, wurde eine Liste kritischer Objekte erstellt, bei denen man verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen hat. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Peter Šuca von der Regierungspartei Smer-SD stellte die Informationen deutscher Medien infrage. Er ist der Ansicht, dass der SIS-Chef den Ausschuss ausreichend über den geplanten Anschlag in Haniska informiert hatte. Dem widerspricht die Oppositionsabgeordnete Mária Kolíková von der Partei SaS. Sie ist der Meinung, dass die Koalition die Bedrohungen aus Russland nicht kommunizieren will. Zu der mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU verbundenen Gruppe gehörten zwei Bulgaren, die nach einem Brandanschlag am dritten September in München festgenommen wurden. Die Gruppe soll von der Slowakei aus operiert haben, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Quellen aus Sicherheitskreisen. Demnach wurde von ihr auch den vereitelten Anschlag auf das Drohnenwerk Skyeton in Haniska in der Nähe der Stadt Prešov geplant.
Quelle: TASR