Die Zahl der Menschen, die in der Slowakei wegen der Misshandlung nahestehender oder anvertrauter Personen strafrechtlich verfolgt werden, ist im vergangenen Jahr um mehr als elf Prozent gestiegen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft waren es 236 Personen, gegenüber den 212 im Jahr 2024. Opfer häuslicher Gewalt sind dabei besonders häufig Frauen und Kinder. Die Täter sind überwiegend Männer zwischen 30 und 50 Jahren. In mehr als einem Drittel der Strafverfahren spielten Alkohol oder andere Drogen eine Rolle. Das Justizministerium will nun im September eine Gesetzesänderung ins Parlament einbringen, die eine verpflichtende Information der Opfer vorsieht, wenn ein Täter aus der Haft entlassen wird. Anlass dafür ist unter anderem der Mord an einer Lehrerin aus Gelnica im Juni. Ihr gewalttätiger Ehemann tötete sie wenige Tage nach seiner Haftentlassung. Die Frau war über seine Freilassung nicht informiert worden. Die Generalstaatsanwaltschaft warnt zudem vor neuen, weniger sichtbaren Formen häuslicher Gewalt. Dazu gehören etwa die digitale Überwachung von Mobiltelefonen und sozialen Netzwerken, die missbräuchliche Verwendung intimer Aufnahmen sowie psychischer und wirtschaftlicher Druck.
Quelle: TASR