Am Donnerstag (23.7.) ist der Vorsitzende des Rates des Fonds zur Kunstförderung (FPU) Matúš Oľha zurückgetreten. Am Vortag soll er Journalistinnen und Journalisten zu der per Gesetz öffentlichen Sitzung des Rates den Zutritt verwehrt haben. Im Anschluss an die Sitzung weigerte er sich, ihre Fragen zu beantworten und lief davon. Der FPU wird aktuell durch einen Skandal im Zusammenhang mit der Entdeckung von Abhörgeräten in einigen Mitarbeiterbüros erschüttert. Oľha erklärte im Zusammenhang mit seinem Rücktritt, dass er seit Monaten einem medialen Lynch ausgesetzt sei. Der Rat wird bis zur Wahl seines Nachfolgers am 12. August vom Vizevorsitzenden Ľubomír Kleštinec geführt. Für weite Teile der Kulturszene des Landes stellt Matúš Oľha eines der Gesichter der neuen Kulturpolitik der aktuellen Regierung dar, die, wie etwa die Plattform Otvorená kultúra! behauptet, versuche, unliebsame Bestandteile der slowakischen Kultur von der Finanzierung abzuschneiden. Die Plattform fordert, dass Oľha auf seine Mitgliedschaft im Rat verzichtet, Mitglieder, die die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen, abberufen und Projekte wieder primär von Fachjurys bewertet werden. Kulturministerin Martina Šimkovičová (nominiert von der Slowakischen Nationalpartei) sagt, dass Kritiker die Legitimität der eingeführten Änderungen an sich anzweifeln würden.
Quelle: TASR, Otvorená kultúra!Ratsvorsitzender des Fonds zur Kunstförderung Matúš Oľha zurückgetreten
23. 07. 2026 14:46 | Nachrichten
Juraj Gigac; Foto: STVR