Am 3. Juli 1936 hat der Völkerbund in Genf über die italienische Invasion nach Äthiopien, den Bürgerkrieg in Spanien und über den Status der jüdischen Flüchtenden aus Deutschland diskutiert. Plötzlich sprang ein von der Prager Presse akkreditierter Journalist auf und erschoss sich, um durch seinen Selbstmord auf die Bedrohung durch Hitler-Deutschland und die allgemeine Apathie aufmerksam zu machen. Es war Štefan Lux, ein 1888 in der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie im westslowakischen Malacky geborener Jude, der als Journalist, Schriftsteller und Filmemacher in Deutschland und Österreich arbeitete. 1920 drehte er mit Gerechtigkeit einen der ersten Filme über die Judenverfolgung. Der Film kam allerdings nie in die Kinos. Nachdem seine Wohnung 1933 durch den Nazi-Mob ausgeplündert wurde, kehrte er nach Malacky in der Tschechoslowakei zurück und arbeitete für die deutschsprachige Prager Presse. Nach Lux wurde ein Repräsentationsraum in der slowakischen Botschaft in Genf benannt. Lux´ Geschichte und Tat, von der damaligen internationalen Presse vielfach besprochen, ist mittlerweile weitestgehend in Vergessenheit geraten.
Quelle: noviny.sk