Am Dienstag (26.5.) hat die Slowakische Nationalgalerie die neuesten Zahlen vorgestellt. Demnach haben 2025 alle Niederlassungen der Galerie etwas über 116.000 Besucher*innen verzeichnet, knapp 68.000 davon im Hauptgebäude in der Hauptstadt Bratislava. Das vom Kulturministerium zunächst in Aussicht gestellte Budget von 13,2 Mio. Euro wurde auf 9,6 Mio. Euro gekürzt. Unterm Strich hat die Galerie einen Verlust von 752.000 Euro erwirtschaftet. Dem seit April 2025 agierenden Direktor Juraj Králik zufolge hinge der Rückgang mit einer Anti-Kampagne der alten Belegschaft zusammen. Dabei sei er angetreten, um die Galerie zu retten. Die von Teilen dieser alten Belegschaft geführte Plattform „Slobodná národná galéria“ (Freie Nationalgalerie) fragt, inwiefern man den präsentierten Zahlen vertrauen könne. In dem vor der Dienstagspräsentation online gestellten Dokument hätte die Besucherzahl noch 150.000 und in einer Antwort der Galerieleitung auf Anfrage gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz 126.000 betragen. Auch die Anzahl von Veranstaltungen und Publikationen im Jahr 2025 würde je nach Dokument stark variieren. Die Mehrheit der alten Belegschaft verließ die Galerie, nachdem Kulturministerin Martina Šimkovičová (nominiert von der Slowakischen Nationalpartei) die bisherige SNG-Generaldirektorin Alexandra Kusá abgesetzt hatte. Es folgten 3 Interimsdirektoren, bis in einem nichtöffentlichen Verfahren der aktuelle Generaldirektor Juraj Králik gewählt wurde. Nachdem die Kulturministerin im März 2025 die erst im Sommer 2024 installierte Dauerausstellung zur zeitgenössischen Kunst von den 1950er bis heute kritisiert hatte, besuchte auch Ministerpräsident Robert Fico (Smer-SD) zum ersten Mal die Nationalgalerie besucht und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass „moderne Stücke bald durch wunderschöne slowakische Gemälde“ ersetzt werden. Im August 2025 ließ Juraj Králik die Dauerausstellung entfernen.
Die letzte Jahresabrechnung von Alexandra Kusá (April 2024) betraf das Jahr 2023. Damals konnten alle Niederlassungen 204.000 Besucher*innen verzeichnen. Das damalige Wirtschaftsergebnis war ein Plus in Höhe von 630.962 Euro.
Quelle: TASR, FB Slobodná národná galéria