Slowakische Folklore-Festivals in akuter Geldnot

Slowakische Folklore-Festivals in akuter Geldnot

Am letzten Maiwochenende wollte das Aufklärungszentrum der Region Podpoľanie (Podpolianske osvetové stredisko, POS) in den mittelslowakischen Städten Zvolen und Krupina zum 19. Mal das Festival der Kinderfolkloreensembles veranstalten. Die Veranstaltung musste abgesagt werden, da die Organisatoren zehn Tage vor dem Termin keinen Finanzierungsbescheid vom Fonds zur Kunstförderung (FPU) erhielten. Das Büro des Fondsdirektors argumentiert, dass gesetzliche Termine und Fristen sehr wohl eingehalten worden seien. Laut Informationen der Presseagentur SITA wiese die Plattform Otvorená kultúra! darauf hin, dass der Fonds die Gelder zur Finanzierung von Folklorefestivals stark gekürzt hatte – 2024 waren es 790.000 Euro, 2025 1,1 Mio. Euro und 2026 nur 600.000 Euro. Dadurch droht, dass etliche der in der Slowakei im Sommer stattfindenden Folklorefestivals abgesagt werden müssen. Der 2018 ins nationale Verzeichnis für Best Practice zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes eingetragene Zyklus „Tanečné domy“ (Tanzhäuser) erhielt für 2026 gar keine Förderung. Das Gemer-Folklorefestival in Rejdová erhielt 2025 rund 43.000 Euro, für den 52. Jahrgang 2026 lediglich 2.000 Euro. Die Kulturministerin Martina Šimkovičová bezeichnete dabei die Volkskultur als „den Pfeiler unserer nationalen Identität“.

Quelle: TASR, SITA

Juraj Gigac, Foto: TASR

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