Einschnitte im Kulturbereich

Einschnitte im Kulturbereich

Am Mittwoch (18.3.) hat der Rat des Fonds zur Kunstförderung (FPU) ohne Vorankündigung und unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ beschlossen, laufende Mehrjahresverträge zur Finanzierung von 30 Kulturprojekten zu streichen. Dies betrifft mehrere Festivals, Zeitschriften und Kulturzentren. Der Ratsvorsitzende Matúš Oľha argumentierte damit, dass die Fördergelder für „nicht zu identifizierende Tätigkeiten“, also für den Betrieb, aufgewendet werden, was der Fonds nicht mehr unterstützen wolle. Betroffene Kulturschaffende weisen darauf hin, dass ein solcher Stopp allem Anschein nach gesetzeswidrig sei. Die meisten der laufenden Projekte befinden sich bereits in fortgeschrittenen Planungsphasen, mit denen vielfältige Zusagen und Verbindlichkeiten einhergehen würden. Es drohe, dass etablierte Projekte nicht mehr stattfinden können – so zum Beispiel das seit 1981 bestehende Humorfestival „Kremnické gagy“ in der mittelslowakischen Stadt Kremnica oder das seit 20 Jahren existierende Theaterfestival „Dotyky a spojenia“ in der nordslowakischen Stadt Martin.

Bedroht sind auch andere vom Kulturministerium getragene Einrichtungen, denen trotz unterzeichneter Verträge für das Jahr 2026 ohne Vorankündigung Gelder gekürzt werden. Dabei ist das Budget des Kulturministeriums höher als 2025. Igor Valentovič, Direktor des Hudobné centrum (Zentrum für Musik), hat mitgeteilt, dass aus diesem Grund das regionale Musikfestival „Pro Musica Nostra“ oder auch das seit 1991 bestehende Festival für zeitgenössische Kunst „Melos-Étos“ nicht stattfinden werden. Auch das Theaterinstitut ist von den Eingriffen des slowakischen Kulturministeriums unter Ressortleiterin Martina Šimkovičova (nominiert von der Slowakischen Nationalpartei) betroffen. Das Theaterinstitut hatte geplant, im April dieses Jahres sein 65-jähriges Bestehen zu feiern. Nun hat dessen Direktorin Alžbeta Vakulová ihren Rücktritt erklärt, da sie eine Zerstörung der Institution befürchte.

Quelle: Správy STVR, dennikn.sk

Kay Zeisberg, Foto: TASR

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